Wer Kinder hat, kennt das: Irgendwann kommt der Moment, an dem der Wunsch nach dem eigenen Reich im Garten laut wird. Ein Spielhaus muss her! Ein Ort zum Klettern, Rutschen, Sandburgen bauen und Verstecken. Auch wir standen vor dieser Entscheidung. Doch statt einfach den Bestell-Button im Internet zu drücken und ein riesiges, teures Paket geliefert zu bekommen, haben wir uns für den nachhaltigen, handwerklichen und am Ende deutlich individuelleren Weg entschieden.
Heute nehmen wir euch mit auf unsere Reise – von der ewigen Suche bei Kleinanzeigen über den schweißtreibenden Aufbau im lehmigen Boden bis hin zum fertigen Spielparadies.
Inhaltsverzeichnis
Die Qual der Wahl: Neu kaufen oder das Abenteuer Gebrauchtkauf wagen?
Wochenlang haben wir das Netz durchforstet. Die Favoriten waren schnell klar: Die robusten, coolen Stelzenhäuser und Spieltürme von Wickey oder Fatmoose hatten es uns angetan. Doch die Budgetfrage stand im Raum. Neu knacken diese Häuser mit Zubehör und nötigem Baumaterial locker die 1.000-Euro-Marke.
Parallel lief bei uns daher der Kleinanzeigen-Suchauftrag im Dauerschleife. Unser Ziel: Ein gut erhaltenes Marken-Spielhaus in der Region finden. Nach einiger Zeit des Wartens war es dann so weit: Ein Fatmoose-Spielturm stand zum Verkauf. Preis: 200 Euro. Standort: Nur eine kurze Autofahrt entfernt.
Jetzt musste es schnell gehen. Ein Kumpel wurde mobilisiert, der glücklicherweise Zeit, das passende Zugfahrzeug und einen großen Anhänger parat hatte. Also: Werkzeugkisten ins Auto und ab auf die Piste!
Der Abbau: Wenn Profi-Werkzeug Eindruck schindet
Vor Ort wurden wir freundlich empfangen – und legten sofort los. Wenn wir eines gelernt haben, dann: Geh niemals ohne ordentliches Werkzeug auf eine Abbau-Aktion. Wir packten also unsere [Lieblingswerkzeuge] aus (ihr wisst ja, wer bei uns im Werkzeugschrank die Hauptrollen spielt!).
Der Verkäufer half tatkräftig mit und beobachtete unser geplantest, schnelles Vorgehen. Nach ein paar Minuten kam dann das Lob, das wohl jedem Hobbyhandwerker das Herz aufgehen lässt: „Sagt mal, seid ihr eigentlich professionelle Handwerker?“ Es lag vermutlich an der Effizienz und dem perfekt abgestimmten Werkzeug. Ein schöner Motivationsschub!
Trotz gutem Werkzeug zeigte sich beim Abbau aber auch die Realität: Das Haus hatte beim Vorbesitzer mindestens sechs Jahre im Garten gestanden. Einige Teile hatten über die Jahre ordentlich gelitten und waren sichtlich verwittert. Dennoch: Die Grundsubstanz stimmte. Alles wurde sorgfältig auf den Anhänger geladen, nach Hause gefahren und im Garten erst mal zwischengelagert.
Die Aufarbeitung: Kärcher, Lasur und ganz viel Farbe
Bevor es an den Wiederaufbau ging, stand Wellness für das Holz auf dem Programm.
Die Grundreinigung: Mit dem Kärcher haben wir erst einmal den groben Dreck, Moos und die Spuren der letzten sechs Jahre von den Balken und Brettern geholt. Danach hieß es: Ab in die Sonne und gründlich durchtrocknen lassen.
Der Schutzanstrich: Jetzt kam der Schritt, der in all den Jahren zuvor scheinbar nie gemacht wurde: eine ordentliche Lasur. Wir haben allen Holzteilen einen tiefenwirksamen Schutz verpasst.
Kreativ werden: Weil es ein Kinderspielhaus ist, durfte es natürlich nicht nur holzfarben bleiben. Bei der farblichen Gestaltung haben wir uns ausgetobt und ein paar schöne, bunte Akzente gesetzt, die das Haus so richtig zum Strahlen bringen.
Der Aufbau – Teil 1: Kampf dem Lehmboden
Die Theorie klingt immer so einfach: Schraubfundamente in den Boden drehen, Pfosten ausrichten, fertig. Die Realität in unserem Garten hieß allerdings: harter, lehmiger Boden. Die Fundamente ließen sich nicht einfach so hineindrehen. Am Ende half nur rohe Gewalt und schweres Gerät. Mit dem Boschhammer und der Schaufel haben wir uns Zentimeter für Zentimeter vorgekämpft, um die Basis absolut standsicher zu verankern.
Beim Aufbau des Hauses haben wir direkt einige Modifikationen vorgenommen, um es perfekt an unsere Bedürfnisse (und das Alter unseres Kindes) anzupassen:
Sicherheit geht vor: Einige Bretter auf dem oberen Podest waren zu stark verwittert. Diese haben wir komplett gegen neues Holz ausgetauscht. Zudem haben wir unter dem Podest zusätzliche Balken eingezogen, um die Tragfähigkeit und Stabilität massiv zu erhöhen.
Kleinkindgerechter Aufstieg: Da unsere Tochter (aktuell zwei Jahre alt) die steile Original-Leiter noch nicht sicher hochgekommen wäre, haben wir kurzerhand eine eigene, flachere Treppe gebaut.
Schaukel-Pause: Den Schaukelbalken haben wir im ersten Schritt erst einmal weggelassen, um uns voll auf das Haupthaus zu konzentrieren.
Das Highlight im Erdgeschoss: Der Sandkasten
Der Raum unter dem Stelzenhaus war prädestiniert für einen Sandkasten. Hier haben wir eine stabile Unterkonstruktion gebaut und das Ganze mit hochwertigen Terrassendielen aus Douglasie verkleidet. Ganz wichtig: Der Sandkasten hat einen klappbaren Deckel bekommen. Schließlich soll die neue Spielecke nicht zum größten Katzenklo der Nachbarschaft mutieren.
Der Aufbau – Teil 2: Das Projekt geht weiter
Dieses Jahr ging es endlich in die nächste Runde. Das Kind wächst, die Ansprüche steigen – Zeit für die Schaukel!
Wir haben den großen Schaukelbalken samt den Schaukeln montiert. Auch hier mussten wir im Zuge der Montage noch mal ein paar verwitterte Holzteile austauschen. Zum krönenden Abschluss haben wir den gesamten Bereich unter der Schaukel und dem Haus mit Holzhackschnitzeln als Fallschutz ausgelegt. Das dämpft nicht nur Stürze ab, sondern sieht auch optisch extrem sauber und gepflegt aus.
Ein Blick in die Zukunft: Was noch zu tun ist
Ein echtes DIY-Projekt ist bekanntlich nie wirklich fertig. Wir haben das Haus zwar jetzt an einem Punkt, an dem es fantastisch bespielt werden kann, aber auf unserer Bucket List stehen noch ein paar Optimierungen:
Sandkasten-Sicherung: Aktuell halten wir den schweren Deckel des Sandkastens im geöffneten Zustand noch mit einer Einhandzwinge fest. Hier soll eine dauerhafte, sichere Arretierung her, damit nichts passieren kann.
Komfort-Griffe: Für das leichtere Öffnen und Schließen des Deckels fehlen noch passende Griffe.
Außenverkleidung: Der Sandkasten bekommt optisch noch ein schickes Finish.
Kletter-Upgrade: Da unsere Kleine aktuell extrem gerne hängt und klettert, planen wir noch ein höhenverstellbares Reck zu integrieren. Mal sehen, was die Zeit (und der Baumarkt) so bringt!
Das Fazit: Nachhaltig, günstig und absolut individuell
Rechnen wir das Ganze einmal zusammen: Neu hätte uns das Fatmoose-Haus inklusive Zubehör weit über 1.000 Euro gekostet. Wir haben für die Basis bei Kleinanzeigen 200 Euro bezahlt. Klar, es kamen noch ein paar Hundert Euro für neue Hölzer, Balken, Douglasien-Dielen, Lasur, bunte Farbe und jede Menge Schrauben hinzu.
Aber das Ergebnis spricht für sich:
Unser Fazit: Wir haben unterm Strich ein riesiges Stück Budget gespart, das wir direkt in Upgrades wie die Douglasien-Verkleidung und den Fallschutz stecken konnten. Am Ende steht hier ein wunderschönes, absolut individuelles Spielhaus, das perfekt in unseren Garten passt.
Und das Beste: Es ist nachhaltig. Hätte es niemand gekauft, wäre dieses Holz irgendwann als Feuerholz geendet. So hat es ein zweites Leben bekommen und wird unserem Kind hoffentlich noch viele Jahre Spaß bereiten!
Habt ihr auch schon mal ein großes Spielgerät gebraucht gekauft und aufgearbeitet? Welche Werkzeuge durften bei euch nicht fehlen? Schreibt es uns unbedingt in die Kommentare!

















