Im ersten Teil unserer Serie ging es um die Theorie und die detaillierte Planung. Jetzt wird es ernst: Die Schaufel wird in die Hand genommen (oder wie bei uns direkt bei der Neuanlage des Gartens mitgedacht) und die Technik installiert. In diesem Teil erfahrt ihr, wie wir die Leitungen verlegt, die Regner positioniert und das „Gehirn“ der Anlage in Betrieb genommen haben.
1. Leitungsverlegung: Meterware statt Apothekenpreise
Da wir unseren Garten gerade erst neu angelegt haben, war das Verlegen der Leitungen ein Kinderspiel. Wir mussten keinen bestehenden Rasen aufschlitzen, sondern konnten die Rohre direkt etwa spatentief im Boden versenken.
Ein Spartipp vorab: Wir haben uns gegen die teuren Meterpreise im Baumarkt entschieden und stattdessen eine 100m Rolle PE-Rohr bei Amazon bestellt. Die Ersparnis ist enorm! Bei den Verbindungsstücken haben wir hingegen auf Qualität gesetzt und die Gardena System Verbinder genutzt. Sie sind zwar etwas teurer, aber die Montage ist absolut stressfrei und die Verbindungen halten zuverlässig dicht.
Tipp vom Profi: Das PE-Rohr lässt sich einfach mit einer Handsäge oder einer Flex kürzen. Wichtig ist nur, die Kanten danach sauber zu entgraten, damit die Dichtungen der Verbinder nicht beschädigt werden.
2. Das Herzstück: Versenkregner und die Wunderwaffe „MP Rotator“
Bei den Regnern haben wir uns für eine Profi-Lösung entschieden: Hunter Pro-Spray Gehäuse in Kombination mit den genialen MP Rotator Düsen. Das Gehäuse verfügt über eine integrierte Druckregelung auf 2,8 Bar – genau der „Sweet Spot“, an dem die MP Rotatoren ihre volle Effizienz entfalten.
Maximale Flexibilität ohne Graben
Das Besondere an den MP Rotatoren ist ihre enorme Vielseitigkeit. Anstatt für jede kleine Ecke ein komplett anderes Regnermodell verbauen zu müssen, bleibt das Gehäuse im Boden immer das gleiche. Die Anpassung erfolgt allein über die Düse:
Verschiedene Radien: Es gibt Düsen für fast jede Distanz (z. B. MP1000 für bis zu 4,5 m, MP2000 bis 6,4 m oder die MP3000 bis zu 9 m). Sogar für schmale Streifen gibt es spezielle Seitenstreifen-Düsen.
Winkel-Einstellung: Der Sektor (z. B. 90° bis 210° oder volle 360°) lässt sich direkt oben an der Düse mit einem kleinen Schlüssel oder sogar von Hand einstellen – und das, während der Regner läuft! So sieht man sofort, ob der Wasserstrahl genau an der Rasenkante stoppt.
Wurfweite feinjustieren: Auch die Reichweite lässt sich an jeder Düse um bis zu 25 % reduzieren, ohne dass das Sprühbild leidet.
Anpassung in Sekunden
Das System ist so flexibel, dass man auch im Nachhinein auf Veränderungen im Garten reagieren kann. Habt ihr ein neues Beet angelegt, das nicht nass werden soll? Einfach den Winkel an der Düse verkleinern. Ist der Rasen gewachsen und braucht mehr Reichweite? Düse mit einem Handgriff abschrauben, eine größere Nummer aufschrauben, fertig.
Damit der Einbau beim ersten Mal nicht zur Millimeterarbeit wird, haben wir Swing Joints (Gelenkanschlüsse) verwendet. Diese erlauben es, den Regner flexibel in der Höhe und Position auszurichten, selbst wenn das PE-Rohr mal ein paar Zentimeter zu tief oder schräg im Boden liegt. Durch den Gelenkarm drückt man den Regner einfach exakt dorthin, wo er bündig mit der Grasnarbe abschließen soll.
3. Die Schaltzentrale: Robuste Ventilbox und präzise Steuerung
Alle Leitungsstränge laufen an einem zentralen Punkt zusammen: der unterirdischen Ventilbox. Hier haben wir uns für eine stabile Box von Rainbird entschieden. Diese ist extrem robust konstruiert und hält dem Druck des umliegenden Erdreichs problemlos stand. Ein wichtiges Detail für uns: Der grüne Deckel lässt sich mit einer integrierten Schraube sichern. Das schützt die Technik vor unbefugten Zugriffen oder neugierigen Kinderhänden und sorgt dafür, dass der Deckel beim Rasenmähen fest an seinem Platz bleibt.
Präzise Schaltung mit Hunter-Technik
Im Inneren der Box haben wir die Hauptzuleitung und die Verteilung auf die einzelnen Sektoren realisiert. Als „Türsteher“ für das Wasser kommen Hunter Magnetventile zum Einsatz. Diese Ventile gelten als Industriestandard, sind extrem langlebig und schalten absolut zuverlässig – ein leises „Klack“ und die Bewässerung startet.
Um das Ganze winterfest zu machen, haben wir direkt einen Druckluftanschluss (einen simplen Kompressor-Anschluss) in die Box integriert. So lässt sich das gesamte System am Ende der Saison in wenigen Minuten leerpusten, ohne dass Wasser in den Leitungen gefrieren kann.
Die elektrische Ansteuerung erfolgt über ein Erdkabel, das wir aus der Garage bis zur Ventilbox geführt haben. Die feinen Kabelenden der Magnetventile haben wir in einer speziellen wasserdichten Anschlussbox mit dem Steuerkabel verbunden, damit Korrosion durch Bodenfeuchtigkeit keine Chance hat.
4. Sanfte Bewässerung für die Beete: Tropfbewässerung
Nicht alles im Garten verträgt eine Dusche von oben. Für unsere Beete setzen wir auf eine Tropfbewässerung von Rainbird. Wir haben hierfür Rollenware mit integrierten Tropfern verwendet. Ganz wichtig: Vor die Tropfleitung gehört unbedingt ein Druckminderer und ein Filter, damit die feinen Auslässe nicht verstopfen oder durch zu hohen Druck beschädigt werden.
5. Smart Home im Garten: Hunter Hydrawise
Das Highlight der gesamten Anlage ist der Hunter Hydrawise Bewässerungscomputer, den wir in der Garage installiert haben. Per App haben wir nun die volle Kontrolle über jeden einzelnen Sektor.
Das System ist weit mehr als eine Zeitschaltuhr: Es zieht sich lokale Wetterdaten aus dem Internet und reagiert dynamisch. Wenn Regen angekündigt ist oder es untypisch kühl bleibt, wird die Bewässerung automatisch reduziert oder gestoppt. Bei extremer Hitze legt das System hingegen eine Schippe drauf. Das spart nicht nur Wasser, sondern sorgt auch für gesundes Pflanzenwachstum.
Fazit
Die Installation einer automatischen Bewässerung ist mit etwas Planung und dem richtigen Material absolut machbar. Besonders die Kombination aus hochwertigen Hunter-Komponenten und einer smarten Steuerung macht den Gartenalltag deutlich entspannter. Kein Schlauchziehen mehr – stattdessen ein sattes Grün, während man selbst den Feierabend genießt!
*** Hast du Fragen zur Installation oder zu den verwendeten Komponenten? Schreib es mir gerne in die Kommentare!
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